Wie große Fenster überhaupt eingebaut werden
Vom Transport bis zum letzten Millimeter in der Öffnung
Ein dreifach verglastes Element von zwei mal drei Metern bringt schnell zwei- bis dreihundert Kilo auf die Waage. So etwas hebt keine Mannschaft mit den Händen an. Für den Einbau gibt es deshalb eigene Techniken, die auf Baustellen längst Standard sind.
Angeliefert werden große Elemente stehend auf einem sogenannten Innenlader oder A-Bock. Liegend würde die Scheibe unter dem eigenen Gewicht arbeiten und könnte Spannungen bekommen, im schlimmsten Fall reißen. Aus dem LKW auf die Baustelle kommen sie mit rollbaren Transportgestellen oder, wenn der Weg eng ist, per Ladekran.
Für das eigentliche Anheben und Setzen kommen Vakuum-Glassauger zum Einsatz. Das sind Saugteller, die per Handpumpe oder elektrisch Unterdruck aufbauen und einzeln mehrere hundert Kilo halten können. Mehrere Sauger werden über eine Traverse verbunden, sodass zwei Monteure ein Element bewegen können, das sonst zehn Leute bräuchte. Für höhere Geschosse gibt es zusätzlich Glaslifte: kleine motorisierte Hubgeräte, die durch normale Türen passen und die Scheibe millimetergenau vor die Öffnung fahren.
Wenn das Element in der Öffnung sitzt, wird es ausgerichtet, im Mauerwerk befestigt und innen wie außen abgedichtet. Die Feinarbeit macht den Unterschied: hier entscheidet sich, ob das Fenster in zwanzig Jahren noch schließt wie am ersten Tag.