Holzfenster streichen: Ihre Schritt für Schritt Anleitung
Hier erfahren Sie, wie Sie vorgehen, was Sie beachten müssen und ob sich frischer Lack überhaupt noch lohnt.
Hier erfahren Sie, wie Sie vorgehen, was Sie beachten müssen und ob sich frischer Lack überhaupt noch lohnt.
Wenn Sie Ihre Holzfenster streichen möchten, stehen Sie vor einem Projekt, das nicht nur die Optik aufwertet, sondern das Holz vor Witterungsschäden schützt. Ein genereller Fehler, den viele begehen, ist das Streichen bei falschem Wetter. Holzfenster dürfen niemals bei praller Mittagssonne oder zu hoher Luftfeuchtigkeit gestrichen werden. Im Sommer trocknet die Farbe extrem schnell an der Oberfläche, härtet aber nicht durch, was unweigerlich zu Rissen führt. Ideal sind milde Frühlingstage oder der Frühherbst bei konstanten Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Achten Sie zwingend darauf, dass Sie für das Holzfenster sogenannte blockfeste Fensterfarbe nutzen! Normale Lacke verkleben an den Kanten (dem Falz) rasch, sobald Sie das Fenster schließen, und reißen beim nächsten Öffnen wieder auf. Tipp: Ist der Rahmen stark verzogen oder sehr alt, rettet auch ein neuer Anstrich die schlechten Dämmwerte nicht. Hier lohnt sich langfristig unser energieeffizienter Fenstertausch.Holzfenster streichen – darauf müssen Sie achten
Bevor es an den Rahmen geht, sollten Sie folgende Werkzeuge und Materialien griffbereit haben:
Die Schritt-für-Schritt Anleitung: So wird es gemacht!
Ein perfekter Lack verträgt keine schmutzige Unterlage. Starten Sie das Projekt damit, den Arbeitsbereich vorzubereiten und den Boden mit Malervlies vor hartnäckigen Farbspritzern zu schützen. Ideal ist es, den Fensterflügel komplett auszuhängen und waagerecht auf Arbeitsböcke zu legen. Das erleichtert das Schleifen enorm und verhindert später die Bildung von verlaufenden „Farbnasen“. Kleben Sie die Glasscheiben zwingend an den Kanten mit einem hochwertigen, UV-beständigen Maler-Kreppband ab. Achten Sie darauf, auch Silikon- oder Gummidichtungen restlos abzukleben, da Lack diese andernfalls zerstört.
Kommen wir zum Schleifen (tragen Sie unbedingt eine Staubmaske!): Ist die Farbe noch intakt, reicht es völlig, die Oberfläche mit feinem Schleifpapier (Körnung 120) anzuschleifen, um dem alten Lack den Glanz zu nehmen und ihm eine raue Struktur zu verleihen. Ist die Farbe bereits rissig oder blättert ab, müssen Sie mit grobem Schleifpapier (Körnung 80) diese alten Schichten bis auf das blanke Holz abtragen. Saugen Sie den Fensterrahmen danach extrem gründlich ab und waschen Sie die Flächen leicht feucht ab. Lassen Sie das Holz vor dem nächsten Schritt vollständig durchtrocknen.
Haben Frost, Hagel oder andauernde Feuchtigkeit im Laufe der Jahre kleine Risse oder Scharten hinterlassen? Füllen Sie diese Vertiefungen nun präzise mit 2-Komponenten-Holzspachtelmasse auf. Drücken Sie die Masse mit einer Malerspachtel tief ein und ziehen Sie sie bündig ab. Nachdem die Stellen getrocknet sind, schleifen Sie diese leicht an, bis sie sich plan in die Holzoberfläche einfügen.
Nun folgt bei Fenstern, bei denen das blanke Holz freigelegt wurde, die Grundierung (der Vorlack). Rohes Holz saugt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm. Würden Sie den Decklack direkt auftragen, würde dieser extrem schnell einziehen, was zu matten Flecken und langfristig abplatzender Farbe führt. Der Vorlack sättigt die Poren ab und bildet eine perfekte Haftbrücke. Da gerade alte Nadelhölzer anfällig für Bläuepilze sind, sollten Sie im Außenbereich zwingend eine Grundierung mit integriertem Bläueschutz verwenden. Lassen Sie diesen Schutzanstrich exakt nach Herstellervorgabe durchtrocknen.
Im allerletzten Schritt erfolgt das voll deckende Lackieren oder Lasieren. Rühren Sie die Farbe im Topf sehr gut um, damit sich die Farbpigmente gleichmäßig verteilen. Streichen Sie das Fenster zügig, strukturiert und vor allem konsequent in die Wuchsrichtung der natürlichen Holzmaserung. Tauchen Sie den Pinsel immer nur mit dem vorderen Drittel in die Farbe ein – das verhindert stark klecksende Farbe auf dem Rahmen.
Lackieren Sie den Holzrahmen lieber in zwei sehr dünnen Schichten, anstatt zu versuchen, alles in einem extrem dicken Durchgang zu streichen. Warten Sie nach dem ersten Dünn-Anstrich die komplette Trocknungszeit ab, führen Sie einen extrem sanften Zwischenschliff (mit feinstem 240er Papier) durch, saugen Sie sorgfältig ab und tragen Sie erst dann die glänzende Schlussbeschichtung auf. Streichen Sie die innere Fensterfalz nur hauchdünn mit der „blockfesten“ Farbe, sonst klemmt das Fenster später beim Schließen für immer fest. Zu guter Letzt: Entfernen Sie sämtliches Maler-Kreppband, solange der Lack an den Rändern noch ganz minimal feucht ist, um unschöne Abplatzungen an der scharfen Farbkante zu vermeiden!
Wie oft muss man Holzfenster streichen, um sie effektiv zu schützen?
Die Häufigkeit des Anstrichs hängt primär von der Witterungsaussetzung und dem verwendeten Schutzmaterial ab. Fenster auf der sogenannten Wetterseite (meist Süd- oder Westfassade), die starker UV-Strahlung und hartem Schlagregen ausgesetzt sind, benötigen deutlich öfter eine Auffrischung als geschützte Fenster auf der Nordseite. Als grobe Faustregel gilt: Wenn Sie eine offenporige Dünnschichtlasur verwenden, sollten Sie den Zustand alle 2 bis 3 Jahre kontrollieren und bei Bedarf nachstreichen. Ein deckender Fensterlack (Dickschicht) oder eine Dickschichtlasur hält in der Regel 4 bis 5 Jahre, bevor die Schutzschicht spröde wird und kleine Risse bildet. Warten Sie mit der Inspektion keinesfalls, bis der Lack bereits großflächig abblättert – denn dann steht Ihnen die mühsame und staubintensive Arbeit des kompletten Abschleifens bevor. Handeln Sie präventiv!
Kann man alte, lackierte Holzfenster einfach mit einer Lasur überstreichen?
Die kurze Antwort lautet: Nein, das ist technisch nicht möglich, ohne den alten Anstrich vorher komplett zu entfernen. Ein deckender Fensterlack verschließt die Poren des Holzes vollständig und bildet eine undurchdringliche Schicht auf der Oberfläche. Eine Holzlasur hingegen entfaltet ihre Schutzwirkung nur dann, wenn sie tief in die Poren des rohen Holzes einziehen kann, um das Material von innen heraus gegen Feuchtigkeit und Pilzbefall zu imprägnieren. Wenn Sie alte, lackierte Fenster dennoch lasieren möchten, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den Altlack durch maschinelles Abschleifen (z. B. mit einem Deltaschleifer) oder Abbeizen restlos bis auf das fasertiefe, rohe Holz abzutragen. Angesichts dieses massiven Zeitaufwands raten Energieberater bei stark sanierungsbedürftigen Elementen ohnehin oft eher zum direkten energieeffizienten Fenstertausch, um neben der Optik auch gleich die Heizkosten dramatisch zu senken.
Was kostet es, Holzfenster von einem professionellen Handwerker streichen zu lassen?
Wenn Sie das mühsame Abschleifen und Lackieren an einen erfahrenen Malerbetrieb auslagern, setzen sich die Kosten aus dem Arbeitslohn, dem Material (hochwertiger Blockfest-Lack, Grundierung, Schleifpapier) und den Fahrtkosten zusammen. Pro Fensterflügel müssen Sie aktuell mit Kosten zwischen 150 und 250 Euro rechnen – abhängig davon, ob das Fenster komplett abgelaugt oder nur leicht angeschliffen werden muss. Bei einem Einfamilienhaus mit 15 Fenstern summieren sich diese Wartungskosten extrem schnell auf 2.500 bis 3.500 Euro. Und das für Fenster, die energetisch oft längst veraltet sind und sprichwörtlich Ihr Heizungs-Geld zum Fenster hinausblasen. Berechnen Sie daher im Vorfeld immer langfristig, ob sich diese Investition in den Altbestand lohnt, oder ob nicht ein Festpreis-Angebot für hochmoderne, wärmedämmende Kunststoff-Fenster von ecowindow die weitaus rentablere Entscheidung für Ihre Immobilie ist.
Welches Wetter und welche Temperatur sind ideal für den Fensteranstrich?
Holz ist ein lebendiger Naturwerkstoff und Fensterlack ist eine sensible chemische Mischung – beide reagieren extrem empfindlich auf klimatische Bedingungen. Streichen Sie Ihre Holzfenster niemals bei praller Sonneneinstrahlung im Hochsommer, da die Farbe sonst auf der heißen Rahmenoberfläche verdunstet, bevor sie richtig in das Holz einziehen kann. Das führt unausweichlich zu unschönen Blasen und fatalen Spannungsrissen beim Aushärten. Ebenso schädlich sind Temperaturen unter 10 Grad Celsius (der Lack wird zäh und trocknet kaum) oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit (über 70 Prozent). Feuchtigkeit im Holz drückt den frischen Lack von innen nach außen weg. Die absoluten Premium-Bedingungen für Ihr Streichprojekt bieten milde, beständig trockene Frühlingstage oder der Frühherbst bei konstanten Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad Celsius. Achten Sie zwingend auf trockene Nächte, um zu verhindern, dass Morgentau die frische Lackschicht ruiniert und Ränder bildet.
Der Aufwand fürs Schleifen, Spachteln und Lackieren ist enorm – und nicht immer lohnt er sich. Gerade bei stark in die Jahre gekommenen Rahmen mit Einfachverglasung rufen wir oft: „Tauschen bringt mehr als Streichen!“
Wenn Sie sich die mühsame Arbeit sparen und stattdessen von maximaler Energieeffizienz und starkem Schallschutz profitieren wollen, sind unsere modernen ecowindow-Profilsysteme die optimale Lösung. Wir bieten Ihnen Demontage, fachgerechte Installation und umweltgerechte Entsorgung aus einer Hand.